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Diskussionsbeiträge zur Definition der Ordenskunde (Phaleristik):

 W. Chiba: 
Phaleristik - Versuch einer Analyse des derzeitigen Wissensstandes über die Forschung der Phalersistik und die Möglichkeit zur Anerkennung als "Hilfswissenschaft", Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Ordenskunde 65 (2007), 1 - 13

H.-T. Müller: 
Um einen Beitrag dafür zu leisten, die Diskussion über eine allgemein anerkannte Begriffsbestimmung für die Ordenskunde (Phaleristik) wieder in Gang zu bringen, wie sich dies Dr. Walter Chiba in seinem Beitrag „Phaleristik“ in der Nummer 65 (Februar 2007) ausdrücklich wünschte – erlaube ich mir, der Fachwelt nachstehend meine Weiterentwicklung der Definition von Jörg Nimmergut präsentieren.

Hinweis: 
Die Frage, ob die Begriffe Ordenskunde und Phaleristik als Synonyme anzusehen sind oder aber eine unterschiedliche Bedeutung haben (sollen), lässt meine Begriffsbestimmung vorläufig unbeantwortet.

Ordenskunde (Phaleristik)

Die Ordenskunde (Phaleristik) ist die Lehre vom Auszeichnungswesen in Vergangenheit und Gegenwart, unter besonderer Berücksichtigung:
-    der Stiftungs-(Entstehungs-)Geschichte und der Verleihungspraxis,
-    kunstgeschichtlicher Aspekte,
-    der Materialkunde und der Produktionstechniken,
-    museumskundlicher Aspekte,
-    biographischer, soziologischer und sozialgeschichtlicher Aspekte oder
-    der oral history.
Nach ihren Inhalten und Arbeitsweisen ist die Ordenskunde (Phaleristik) eine Hilfs(Grund-) wissenschaft der Geschichtswissenschaft.

Die Ordenskunde (Phaleristik) umfasst: 
-    die tragbaren Auszeichnungen (wie Orden, Ehren- oder Verdienstzeichen), 
-    die nicht tragbaren Auszeichnungen (wie Titel, Ehrendiplome oder Belohnungen), 
die nach bestimmten bzw. bestimmbaren Regeln zuerkannt und verwaltet (wurden) werden, und deren Verleihung (Zuerkennung) insbesondere für außerordentliche Verdienste und Leistungen, treue Dienste oder aus Anlass besonderer Jubiläen – durch staatliche, staatsnahe oder öffentlich-rechtliche Institutionen und Körperschaften bzw. mit deren Autorisierung – erfolgt(e). 
 

Graz, am 1. Mai 2007                                Helmut-Theobald Müller
 
 

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